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Die Scrum-Methode: Ablauf, Rollen und Prinzipien

Kurz gesagt

Die Scrum-Methode ist ein Vorgehen, mit dem Teams ein Produkt in kurzen, festen Abschnitten entwickeln, den Sprints. Am Ende jedes Sprints steht ein nutzbares Ergebnis, das Team prüft es mit den Beteiligten und passt den Plan an. Drei Rollen und fünf feste Termine geben den Rahmen.

Kategorie Agile MethodenLesezeit etwa 3 Minuten8 Abschnitte

Was ist die Scrum-Methode?

Scrum ist ein Rahmen für die Entwicklung von Produkten, deren Anforderungen sich unterwegs ändern. Statt alles am Anfang zu planen, arbeitet das Team in Sprints von höchstens einem Monat. Nach jedem Sprint zeigt es, was fertig ist, und entscheidet mit dem Product Owner, was als Nächstes am meisten bringt.

Scrum schreibt vor, wer wofür verantwortlich ist und welche Termine es gibt. Wie das Team die Arbeit technisch erledigt, lässt Scrum offen. Die Regeln stehen im Scrum Guide, die aktuelle Fassung ist von 2020.

Die Begriffe im Einzelnen erklärt der Glossar-Eintrag Scrum.

Wie läuft Scrum ab?

Scrum ist ein Kreislauf, der sich mit jedem Sprint wiederholt:

  1. Product Backlog: Alles, was das Produkt können soll, steht in einer geordneten Liste. Der Product Owner legt fest, was oben steht.
  2. Sprint Planning: Zu Beginn des Sprints wählt das Team aus dem Backlog aus, was es schaffen will, und legt ein Sprint-Ziel fest.
  3. Sprint mit Daily Scrum: Das Team arbeitet am Sprint-Ziel. Jeden Tag stimmt es sich 15 Minuten lang ab: Was bringt uns dem Ziel näher, was steht im Weg?
  4. Sprint Review: Am Ende zeigt das Team, was fertig ist. Fertig heißt, es erfüllt die gemeinsame Definition of Done. Die Beteiligten geben Rückmeldung, das Backlog wird angepasst.
  5. Sprint-Retrospektive: Das Team schaut auf die eigene Zusammenarbeit: Was lief gut, was ändern wir im nächsten Sprint?
  6. Nächster Sprint: Der nächste Sprint beginnt direkt danach, wieder mit dem Planning.

Welche Rollen gibt es in Scrum?

  • Product Owner: Verantwortlich dafür, dass das Team am Wertvollsten arbeitet. Pflegt und ordnet das Product Backlog und entscheidet, was als Nächstes kommt. Nicht zuständig dafür, wie das Team die Arbeit erledigt.
  • Scrum Master: Verantwortlich dafür, dass Scrum funktioniert. Räumt Hindernisse aus dem Weg, moderiert die Termine und hilft Team und Organisation, besser zu werden. Kein Projektleiter, der Aufgaben verteilt.
  • Entwicklerteam: Die Menschen, die das Ergebnis bauen, etwa Entwicklung, Design und Test. Planen den Sprint selbst und sind gemeinsam für die Qualität verantwortlich. Der Scrum Guide nennt sie "Developers", unabhängig vom Beruf.

Nach welchen Prinzipien arbeitet Scrum?

Scrum stützt sich auf drei Säulen:

  • Transparenz: Arbeit und Fortschritt sind für alle sichtbar, die daran beteiligt sind.
  • Überprüfung: Das Team prüft Ergebnis und Vorgehen regelmäßig, in jedem Sprint.
  • Anpassung: Zeigt die Prüfung eine Abweichung, ändert das Team den Plan oder das Vorgehen sofort.

Dazu kommen fünf Werte: Selbstverpflichtung, Fokus, Offenheit, Respekt und Mut. Sie beschreiben, wie das Team miteinander arbeitet, damit die drei Säulen tragen.

Quelle: Scrum Guide 2020, sinngemäß.

Wann passt Scrum, wann nicht?

Scrum passt, wenn ein Team ein Produkt entwickelt und die Anforderungen nicht am Anfang feststehen. Die kurzen Sprints zeigen früh, ob das Ergebnis trägt, und erlauben es, die Richtung zu ändern.

Weniger gut passt Scrum für Arbeit, die ständig und unplanbar hereinkommt, etwa Betrieb, Support oder Wartung. Dort sind feste Sprints eher hinderlich, und Kanban mit einem kontinuierlichen Fluss ist meist die bessere Wahl.

Woran Scrum in der Praxis scheitert

Scrum scheitert selten an den Regeln, sondern daran, wie sie gelebt werden. Drei Fragen zeigen, wo es hakt:

  • Wird im Sprint etwas anderes fertig als geplant? Dann stimmt oft das Sprint-Ziel nicht, oder es kommt ständig neue Arbeit dazwischen.
  • Hängen Entscheidungen an einer Person, die nie Zeit hat? Dann fehlt ein Product Owner, der wirklich entscheiden darf und erreichbar ist.
  • Liefert das Team, aber niemand weiß, ob es das Richtige ist? Dann fehlt die Rückmeldung von Nutzern und Fachbereich im Sprint Review.

Weitere häufige Muster: Die Retrospektive fällt aus, weil keine Zeit ist. Das Daily wird zum Statusbericht an die Führungskraft. Der Scrum Master verteilt Aufgaben wie ein Projektleiter.

Hängt Ihr Team an solchen Stellen, begleiten wir es als Agile Coaching.

Häufige Fragen

Was ist die Scrum-Methode einfach erklärt?
Ein Team entwickelt ein Produkt in kurzen, festen Abschnitten, den Sprints. Zu Beginn plant es, was es schaffen will, am Ende zeigt es das Ergebnis und bespricht, was es im nächsten Sprint besser macht. So kommt regelmäßig etwas Nutzbares heraus, und der Plan wird laufend angepasst.
Welche drei Rollen gibt es in Scrum?
Product Owner, Scrum Master und das Entwicklerteam. Der Product Owner entscheidet, woran gearbeitet wird, der Scrum Master sorgt dafür, dass Scrum funktioniert, und das Entwicklerteam baut das Ergebnis.
Wie lange dauert ein Sprint?
Höchstens einen Monat, so legt es der Scrum Guide fest. Die Länge wählt das Team und behält sie bei. Kürzere Sprints, etwa zwei Wochen, bringen öfter Rückmeldung, längere lassen mehr Raum für größere Arbeitspakete.
Was ist der Unterschied zwischen Scrum und Kanban?
Scrum arbeitet in festen Sprints mit festen Rollen und Terminen. Kanban kennt keine Sprints, die Arbeit fließt laufend über ein Board, und die Menge paralleler Arbeit wird begrenzt. Scrum passt eher für Produktentwicklung, Kanban eher für laufende Arbeit wie Betrieb oder Support.
Brauchen wir einen Scrum Master?
Ja, Scrum sieht die Rolle fest vor. Sie muss aber keine volle Stelle sein. In kleinen Teams übernimmt sie oft jemand mit anderen Aufgaben, oder ein Scrum Master auf Zeit begleitet das Team, bis es die Rolle selbst besetzt.

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