Inhalt (8 Abschnitte)
Was ist die Scrum-Methode?
Scrum ist ein Rahmen für die Entwicklung von Produkten, deren Anforderungen sich unterwegs ändern. Statt alles am Anfang zu planen, arbeitet das Team in Sprints von höchstens einem Monat. Nach jedem Sprint zeigt es, was fertig ist, und entscheidet mit dem Product Owner, was als Nächstes am meisten bringt.
Scrum schreibt vor, wer wofür verantwortlich ist und welche Termine es gibt. Wie das Team die Arbeit technisch erledigt, lässt Scrum offen. Die Regeln stehen im Scrum Guide, die aktuelle Fassung ist von 2020.
Die Begriffe im Einzelnen erklärt der Glossar-Eintrag Scrum.
Wie läuft Scrum ab?
Scrum ist ein Kreislauf, der sich mit jedem Sprint wiederholt:
- Product Backlog: Alles, was das Produkt können soll, steht in einer geordneten Liste. Der Product Owner legt fest, was oben steht.
- Sprint Planning: Zu Beginn des Sprints wählt das Team aus dem Backlog aus, was es schaffen will, und legt ein Sprint-Ziel fest.
- Sprint mit Daily Scrum: Das Team arbeitet am Sprint-Ziel. Jeden Tag stimmt es sich 15 Minuten lang ab: Was bringt uns dem Ziel näher, was steht im Weg?
- Sprint Review: Am Ende zeigt das Team, was fertig ist. Fertig heißt, es erfüllt die gemeinsame Definition of Done. Die Beteiligten geben Rückmeldung, das Backlog wird angepasst.
- Sprint-Retrospektive: Das Team schaut auf die eigene Zusammenarbeit: Was lief gut, was ändern wir im nächsten Sprint?
- Nächster Sprint: Der nächste Sprint beginnt direkt danach, wieder mit dem Planning.
Welche Rollen gibt es in Scrum?
- Product Owner: Verantwortlich dafür, dass das Team am Wertvollsten arbeitet. Pflegt und ordnet das Product Backlog und entscheidet, was als Nächstes kommt. Nicht zuständig dafür, wie das Team die Arbeit erledigt.
- Scrum Master: Verantwortlich dafür, dass Scrum funktioniert. Räumt Hindernisse aus dem Weg, moderiert die Termine und hilft Team und Organisation, besser zu werden. Kein Projektleiter, der Aufgaben verteilt.
- Entwicklerteam: Die Menschen, die das Ergebnis bauen, etwa Entwicklung, Design und Test. Planen den Sprint selbst und sind gemeinsam für die Qualität verantwortlich. Der Scrum Guide nennt sie "Developers", unabhängig vom Beruf.
Nach welchen Prinzipien arbeitet Scrum?
Scrum stützt sich auf drei Säulen:
- Transparenz: Arbeit und Fortschritt sind für alle sichtbar, die daran beteiligt sind.
- Überprüfung: Das Team prüft Ergebnis und Vorgehen regelmäßig, in jedem Sprint.
- Anpassung: Zeigt die Prüfung eine Abweichung, ändert das Team den Plan oder das Vorgehen sofort.
Dazu kommen fünf Werte: Selbstverpflichtung, Fokus, Offenheit, Respekt und Mut. Sie beschreiben, wie das Team miteinander arbeitet, damit die drei Säulen tragen.
Quelle: Scrum Guide 2020, sinngemäß.
Wann passt Scrum, wann nicht?
Scrum passt, wenn ein Team ein Produkt entwickelt und die Anforderungen nicht am Anfang feststehen. Die kurzen Sprints zeigen früh, ob das Ergebnis trägt, und erlauben es, die Richtung zu ändern.
Weniger gut passt Scrum für Arbeit, die ständig und unplanbar hereinkommt, etwa Betrieb, Support oder Wartung. Dort sind feste Sprints eher hinderlich, und Kanban mit einem kontinuierlichen Fluss ist meist die bessere Wahl.
Woran Scrum in der Praxis scheitert
Scrum scheitert selten an den Regeln, sondern daran, wie sie gelebt werden. Drei Fragen zeigen, wo es hakt:
- Wird im Sprint etwas anderes fertig als geplant? Dann stimmt oft das Sprint-Ziel nicht, oder es kommt ständig neue Arbeit dazwischen.
- Hängen Entscheidungen an einer Person, die nie Zeit hat? Dann fehlt ein Product Owner, der wirklich entscheiden darf und erreichbar ist.
- Liefert das Team, aber niemand weiß, ob es das Richtige ist? Dann fehlt die Rückmeldung von Nutzern und Fachbereich im Sprint Review.
Weitere häufige Muster: Die Retrospektive fällt aus, weil keine Zeit ist. Das Daily wird zum Statusbericht an die Führungskraft. Der Scrum Master verteilt Aufgaben wie ein Projektleiter.
Hängt Ihr Team an solchen Stellen, begleiten wir es als Agile Coaching.